Zuchtwertschätzung

 


In der Milchleistungsprüfung wurde zunächst der einfache Zeitgefährtinnen – Vergleich für die Milchmenge und den Fettgehalt angewandt. 1980 konnte aufgrund des neuen Erfassungsverfahrens die Zuchtwertschätzung auf den Eiweiß – Gehalt begonnen werden. Der Zeitgefährtinnen – Vergleich konnte 1983 durch das BLUP (best linear unbiased prediction = beste lineare unverzerrte Vorhersage) Zuchtwertschätzverfahren abgelöst werden. Erst mit der Einführung des Tiermodelles konnte dann die Zuchtwertschätzungen den hohen Ansprüchen der Züchter gerecht werden. Mit der Veröffentlichung des „k-Wertes“ (= Zuchtwert Fett kg + Zuchtwert Eiweiß Kg) wurde der erste Index (die Zusammenfassung von Zuchtwerten) gebildet. Die Einführung des „Milchwertes“ (Zuchtwert Fett kg + 4 x Zuchtwert Eiweiß kg, auf die Relativzahl 100 als Mittelwert und die Standardabweichung von 12 Punkten umgerechnet) mit der Einführung des Tiermodelles  führte 1991 zunächst zu großen Diskussionen, da viele der bisherigen Werte und die absolute Leistung der Bullenmütter an Bedeutung verloren. Der rasante Anstieg der Milchleistungen in den ersten Bullengenerationen nach der Auswahl der Stiere nach Milchwert gab jedoch den damaligen Zuchtstrategen Recht. 1997 wurden dann neben der Milchleistung auch die Fleischleistung und weitere Merkmale in einen neuen Index, den Gesamtzuchtwert (GZW), integriert. Die Reihung der Bullen erfolgt nun nach dem GZW, wobei die Bullenauswahl in den Betrieben noch wesentlich durch den Milchwert bestimmt ist.

In den letzten 10 Jahren wurden nahezu jährlich neue Merkmale in der Zuchtwertschätzung bearbeitet. So stehen dem Landwirt heute für 22 Exterieurmerkmale (neben den 4 Hauptmerkmalen Rahmen, Bemuskelung, Form und Euter 4 Rahmen- 5 Form- und 9 Euter- Merkmale), 8 Milchleistungsmerkmale (Milchleistung, Melkbarkeit und Eutergesundheit), 3 Fleischleistungsmerkmale  und 6 Merkmale zu Fruchtbarkeit und Kalbeverlauf zur züchterischen Entscheidung zu Verfügung. Mit den Indexwerten Gesamtzuchtwert – Milchwert – Fleischwert und Zuchtleistungswert läßt sich jeder Stier kurz und übersichtlich charakterisieren.

Die züchterische Arbeit lebt vom Wechsel der Generationen. War jahrzehntelang „Zucht“ eine Angelegenheit für erfahrene Persönlichkeiten, so hat man in den neunziger Jahren das Potential der Jugend erkannt. Zusammen mit den Zuchtverbänden wurden 1990 und 1991 in den Landkreisen Hof, Wunsiedel und Tirschenreuth jeweils ein Jungzüchterklub gegründet. Nach ersten „Gehversuchen“ anläßlich der Nachzuchtschauen in Fohrenreuth haben sich die Jungzüchterklubs zu festen Institutionen in den Landkreisen etablieren können.

 

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