Prüfbulleneinsatz


Aufgrund der geringen Populationsgröße war und ist es in Wölsau äußerst wichtig, einen hohen Anteil an Prüfbullen – Besamungen durchzuführen. So ist in der Satzung festgelegt, daß 1/3 des Bestandes mit Prüfbullen besamt werden muß. Wird dies von den Mitgliedern nicht befolgt, so erfolgt seit 1987 die Einhebung eines Zuchtförderbeitrages pro fehlender Prüfbullen – Besamung. Dieser beträgt seit 1993 DM 15.-. Der Prüfbulleneinsatz wird über zwei Maßnahmen gefördert. Zum einen ist die Erstbesamungsgebühr für MLP – Betriebe schon seit Jahren billiger als in Landestierzuchtbetrieben, zum andern ist in diesen Betrieben die Prüfbullenbesamung zusätzlich noch verbilligt. Im wesentlichen wird über 1/3 der aktiven Population mit Prüfbullen besamt.

Rund 2/3 der Betriebe setzen auch mehr als 30% Prüfbullen ein. Nur eine geringe Zahl der Betriebe setzt keinen oder unter 10% Prüfbullen ein. Die gute Auswahl der Prüfbullen führt dazu, daß die meisten Betriebe mit Prüfbullen bestens bedient sind. Die aktuelle jugendliche Genetik überragt mit Sicherheit jeden durchschnittlich geprüften Vererber.

Der Prüfeinsatz der Bullen erfolgt im dreiwöchigen Turnus. Alle drei Wochen erhalten die Besamer ein bis zwei neue Prüfbullen, die in den nächsten drei Wochen für die Prüfbullenbesamungen verwendet werden und danach nur noch bei Nachbesamungen eingesetzt werden. Dieser kurze Prüfeinsatz hat den Vorteil, daß das Generationsintervall kurz gehalten werden kann und die Zuchtwertschätzergebnisse und die Ergebnisse der Nachzuchtbewertung über einen konzentrierten Zeitraum anfallen. Für die Betriebe hat dieser kurze Einsatz der Prüfbullen eine Risikominimierung zur Folge. Der Mitgliedsbetrieb hat, selbst wenn über 30% des Bestandes aus Prüfbullen rekrutiert wird, meist nur eine, maximal zwei Töchter eines bestimmten Prüfbullen im Stall.


Seit Mitte der 80er Jahre werden über 20 Stiere pro Jahr in Wölsau geprüft. Durch den gemeinsamen Bulleneinkauf stehen aber den Mitgliedern wesentlich mehr Bullen zu Verfügung, da ein Teil der gemeinsam gekauften Bullen im Einzugsgebiet des jeweiligen Partners geprüft wird. So werden insgesamt meist zwischen 30 und 40 Stiere in Wölsau oder bei den Partnern geprüft. Die Wölsauer Mitglieder haben so zu einer wesentlich breiteren Palette an Genetik Zugriff, als es anhand der Besamungszahlen möglich wäre. Die Steigerungspreise der Prüfbullen steigen jährlich an. Auch dies spricht für einen gemeinsamen Ankauf der Prüfbullen durch mehrere Organisationen gemeinsam.

Zwischen einem Viertel und über der Hälfte der Prüfbullen erreichen die Hürde zum Zweiteinsatz. Erreichten die in den 80er Jahren geprüften Bullen häufig in mehreren Bereichen (Exterieur, Leistung, Sekundärmerkmale) die an sie gestellten Anforderungen nicht, so sind es in den letzten Prüfjahrgängen meist nur einige wenige unerwünschte Eigenschaften, die den weiteren Einsatz verbieten. Die Milchleistung ist aufgrund der sicherer gewordenen Methoden in der Zuchtwertschätzung nur noch selten ein Ausscheidungsgrund. Ein Maß für die Qualität der eingestellten Prüfbullen ist der Leistungszuwachs der Prüfbullen. In den meisten Jahren liegt der Leistungszugang der Wölsauer Prüfbullen deutlich über dem Bayerndurchschnitt. Die gemeinsam mit Partnern geprüften Bullen erreichen häufiger den Wiedereinsatz als die allein gekauften. Am ungünstigsten schieden in den letzten Jahren die von den Verbänden gestellten Bullen ab.

 

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