Verbindungen mit anderen Organisationen

1.     VFR

2.     Hessen

3.     Landshut / Meggle

4.     Thüringen / Sachsen

5.     Tansania

6.     EUROGenetik

 

Kooperation in Nordbayern, VFR


Seit 1974 bestehen Vereinbarungen mit den im Einzugsbereich der Besamungsstation tätigen Zuchtverbänden. Die züchterische Arbeit der heimischen Verbände Bayreuth (heute „Oberfranken“) und Weiden (heute „Oberpfalz“) wurde stets finanziell, aber auch ideell von der Besamungsgenossenschaft unterstützt. Es wurde schon sehr früh erkannt, daß die bäuerlichen Selbsthilfeeinrichtungen im Bereich Rinderzucht nur dann effizient für Ihre Mitglieder arbeiten können, wenn sie zusammen und nicht gegeneinander arbeiten. So wird auch seit 1990 die Winterarbeit, die zuvor stets koordiniert wurde, gemeinsam abgehalten. So ist es möglich, daß beide Organisationen – Zuchtverband und Besamung – jährlich zwei bis vier gemeinsame Versammlungen in jedem Landkreis abhalten können ohne den ohnehin schon vollen Terminplan der Landwirte doppelt zu belasten.

Die im Rahmen des staatlichen oder des von der VFR getragenen Zuchtprogrammes notwendigen Maßnahmen werden von den Basisorganisationen vor Ort eng und intensiv abgesprochen. Auch im Ehrenamt der Organisationen ist die Verknüpfung gegeben. So waren lange Zeit die jeweiligen Zuchtleiter der beiden Zuchtverbände als Vorstandsmitglieder der Besamungsstation tätig. Seit 1998 ist dies – begründet in der bayerischen Ämterreform - nicht mehr der Fall. Die beiden Zuchtleiter bilden gemeinsam mit dem für die Station zuständigen Amtsveterinär den Beirat, der eine beratende, jedoch keine bestimmende Funktion hat und in der Regel zu allen Aufsichtsratssitzungen und – wo sinnvoll und notwendig - zu den Vorstandssitzungen geladen wird.

In den Vereinbarungen ist unter anderem festgehalten, daß die Zuchtverbände Bullen ankaufen und im Gebiet Wölsau prüfen können. Von diesem Recht wurde auch rege Gebrauch gemacht. So wurden bis Ende 2000 133 Bullen Bullen (41 SAD, 92 BT) von den Verbänden seit 1982 (zuvor fehlen dem Autor leider die nötigen Daten) angekauft. Davon wurden, da 25 ungenügende Samenqualität aufwiesen, 108 in Wölsau geprüft.

Von den 78 im Zeitraum 1982 bis 1996 geprüften Bullen kamen 36% (BT 40%, SAD 30%) zum Wiedereinsatz. Namen wie Panik, Tabu, Abt, Hag, Planet, Harde, Siegel, Balsam, Guss, Radolf, Simbal, Rad, Roman, Moos, Hasco, Horner, Hodhal, Raser, Zeup, Mutter, Lohse, Horpel, Hore, Horze, Holpaz, Morze, Prosner, Rolli zeigen die Qualitäten dieser Bullen auf.

Nach einigen intensiven Vorgesprächen trat die Besamungsstation Wölsau 1993 der Vereinigung zur Förderung der Rinderzucht in Nordbayern e.V. (VFR) bei. Die VFR wurde 1975 zur Beendigung der Grabenkriege zwischen Zucht und Besamung auf Initiative von Dr. Dr. Eibl gegründet. Mitglieder waren die im Einzugsbereich des Besamungsvereines Neustadt an der Aisch (BVN) tätigen Zuchtverbände und der BVN. Ziel war und ist es, die Zuchtarbeit zu koordinieren, die Resultate zu überprüfen und gemeinsame Maßnahmen zur Optimierung der Zucht auszuführen. So wurde am Brandhof lange Jahre eine Eigenleistungsprüfstation betrieben. Nach dessen Ankauf durch die „Altmitglieder“ der VFR 1996 wird der Brandhof als Empfängertierstation für den Embryotransfer betrieben und wird auch nach Beitritt der Besamungsstation Wölsau von unseren Mitgliedern genutzt. Diverse Zucht - Fördermaßnahmen (Prüfbulleneinsatz, Wartebullenhaltung, MOET Programm, ...) werden nach Finanzierung durch die Besamungsstationen über die VFR abgewickelt. Nach Wölsau traten 1999 auch der Besamungsverein Nordschwaben (Höchstädt) und der Zuchtverband für das schwäbische Fleckvieh (Wertingen) der VFR bei. Der Zusatz „in Nordbayern“ wurde aus dem Namen gestrichen.


 

Die Mitglieder der VFR:

 

Organisation

EB – Zahlen

Hb – Kühe

MLP – Kuh

Besamungen

BV Neustadt

560.974

265.771

BG Wölsau

68.517

34.643

BV Höchstädt

138.270

82.770

 

 

 

ZVB Ansbach

74.578

 

ZVB Bayreuth

70.070

 

ZVB Schwandorf

84.145

 

ZVB Wertingen

41.093

 

ZVB Würzburg

12.615

 

 Summe HB Kühe

282.501

 

Der Einzugsbereich der VFR:

 


 

 

 

 


Über die VFR werden im wesentlichen folgende Säulen des Zuchtprogrammes koordiniert, abgewickelt und überwacht:

 

 


Die Festlegung der „Gezielten Paarung“ erfolgt viermal im Jahr kurz nach den Zuchtwertschätzterminen. Die zum Einsatz kommenden Bullen werden festgelegt und die Zahl der geplanten Anpaarungen bestimmt.

Das MOET – Zuchtprogramm der VFR basiert auf der vertraglichen Bindung des Züchters an die Besamungsstation. Die Kühe werden von der Station angemietet und für den Züchter kostenlos über Embryotransfer genutzt. Die geborenen Bullenkälber müssen zu festgelegten Bedingungen an die Station verkauft werden.

Beim staatlich geförderten Innovativen Zuchtprogramm (IZP) besteht keine direkte Bindung zwischen der Station und dem Züchter. Hier wird zur Verkürzung des Generationsintervalls der Embryotransfer bei Kalbinnen und Jungkühen gefördert. Auch diese Maßnahme wird über die VFR abgewickelt.

Die VFR ist nicht auf wirtschaftlichen Betrieb ausgerichtet. Um den modernen Anforderungen an die Zuchtverbände und die Besamungsstationen gerecht zu werden und auch einen wirtschaftlichen Betrieb aufnehmen zu können, wurde im Januar 2000 von den Mitgliedern der VFR die VFR (Viel Freude rund um´s Rind) GmbH gegründet und mit Personal und finanziellen Mitteln ausgestattet. Die Aufgaben der VFR – GmbH lassen sich relativ einfach darstellen: Es soll das gemeinsam organisiert und abgewickelt werden, was für die Teilhaber auch gemeinsam nutzbar ist:


 

Dienstleistungen für die angeschlossenen Organisationen (EDV - Knoten PALM – Genom, Beschaffung von Material, Weiteres auf Anregung der Teilhaber)

 

Erschließung und Bearbeitung neuer Märkte (2 - 3 Messebesuche in Norddeutschland, Nachbereitung durch Einzelberatung und Seminare, Werbematerial

gemeinsamer Katalog, Werbegeschenke, Touristik (Werbefahrten nach Bayern, Fahrten zu Tierschauen)

 

Optimale Bedienung der Märkte durch Bündelung des Angebotes (Kundenbetreuung an den Märkten der VFR – ZVB, gemeinsame Festvermarktung (Kalbinnen, JK), Embryonen, Samen)

 

Aufbau neuer Dienstleistungsangebote für die Betriebe im Gebiet der VFR (Management – Seminare, Internet – Diskussionsforum)

 

Koordination der Dienstleistungen für die Betriebe im Gebiet der VFR (Einzelbetriebliche Management – Beratung, Klauenpflege, Palm Genom)

 

 


Ein wesentlicher Punkt in der Zusammenarbeit in der VFR ist die gemeinsame Bullenprüfung mit dem Besamungsverein Neustadt an der Aisch. Nach einigen Hemmschwellen und Berührungsängsten wurde am Dezembermarkt 1990 in Bayreuth der erste gemeinsame Bulle für 8000,- DM gesteigert. Der von Herrn Dörfler in Speichersdorf gezogene und von Herrn Heinz in Lankendorf aufgezogene Hupfer – Sohn „Hupf 33930“ hat die Hürde zur Besamungserlaubnis nur knapp verfehlt. In den Folgejahren lagen die Einkaufspreise der gemeinsam ersteigerten Bullen meist deutlich über 12´000,- DM. Auch die beiden teuersten Fleckviehstiere Europas - „Streigen 169191“ und „Repuls 169110“ (s. Foto, rechter Stier)  (Züchter und Aufzüchter: Schleicher, Hemau) - mit jeweils 60´000,- DM sind in der Kooperation Marktredwitz– Neustadt ersteigert worden. Die Kooperation hat sich so gut entwickelt, so daß nahezu die Hälfte aller mit Partnern gekauften Bullen – nämlich 105 von insgesamt 227 - gemeinsam mit Neustadt ersteigert wurden. Bei 12 der gemeinsam mit Neustadt gekauften Bullen ist auch die dritte Station der VFR, der Besamungsverein Nordschwaben e.V. Mitbesitzer. Am 8. Dezember wurde der erste gemeinsame Bulle von Höchstädt und Wölsau, der Stier „Zeus 16540“ gesteigert.

Von den 38 bis Ende 1996 geprüften Bullen kamen 21 zum Wiedereinsatz (Hodmann, Proppes, Harker, Plössen, Strasam, Lotto, Spiro, Starking, Pan, Stark, Strobal, Hopfen, Honnef, Hoppla, Hucki, Bonster, Boness, Horsad, Basler, Borneo, Raplan, Dimpel, Hagtor, Reporter, Rost). Ein großer Teil dieser Bullen wurde auch im staatlichen Zuchtprogramm bayernweit in der gezielten Paarung eingesetzt.

Bei zukünftig rückläufigen Besamungszahlen, bei liberalisierten Märkten durch Änderungen im Tierzuchtgesetz, bei gehobenen Ansprüchen der Kunden und nicht zuletzt um Geld der Landwirte zu sparen ist eine enge Zusammenarbeit mit Zucht- und Besamungsstationen zukünftig in noch umfänglicheren Maße absolut notwendig. Mit der VFR und der VFR – GmbH sind auch für Wölsau die Weichen in eine ertragreiche und für die Mitgliedsbetriebe qualitativ hochstehende Zukunft gestellt.



Die aktiven und einige ehemalige Hauptamtliche der VFR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Hessen


Die Zusammenarbeit mit der Besamungsstation Gießen währt nun schon über 20 Jahre. Eine Vielzahl günstige Umstände hat dazu geführt, daß die zwei sehr unterschiedlichen Organisationen über zwei Bundesländer hinweg problemlos zusammen arbeiten konnten. So trafen sich 1978 Dr. Hartmann (Zuchtleiter Schwarzbunt Fulda, später Gießen; Schwager eines ostpreussischen Pferdezüchters aus Lorenzreuth), Dr. Maskus (Zuchtleiter Fleckvieh Fulda), Herr Schilling (Zuchtleiter Fleckvieh Darmstadt) sowie Vorsitzender Bayer (Besamungsstation Gießen) mit Tierzuchtdirektor Pfister aus Hof beim Zuchtvieh - Markt in Fulda zusammen. Die ersten Ideen zur Zusammenarbeit wurden geboren. Anläßlich der Landestierschau 1979 in Fulda wurden die Ideen weiterverfolgt. Die Stationsleiter H.W. Thiele (Gießen) und Dr. Tuchlinski, die Vorsitzenden Hans Bayer (Gießen) und Willi Küspert sowie Kurt Boss und Dr. Baumann entwickelten ein erstes Konzept der Zusammenarbeit der beiden Stationen Gießen und Wölsau. Die Beweggründe zur Zusammenarbeit stellten sich für beide Seiten äußerst positiv dar: Aus Hessischer Sicht wurden in einer relativ kleiner Fleckvieh - Population zu viele Besamungen mit ungeprüften Bullen durchgeführt. Zusätzlich nahmen bayerische Wartebullen (v.a. in der Röhn) eine nicht unerhebliche Zahl an Besamungen weg. Zusätzlich wurde schon 1979 ein massiver Rückgang der Besamungszahlen durch den Strukturwandel, bzw. durch den Umstieg auf Schwarzbunt, befürchtet. Aus der Sicht von Wölsau war die Zucht der kleinen, umsatzbetonten Fleckviehtypen, die derzeit in Bayern und Baden Württemberg populär war eine Einbahnstraße. Im Kurhessischen war jedoch noch die Haltung des etwas spätreiferen, rahmigeren Fleckviehtypes üblich, der von den Wölsauern Züchtern noch gesucht war. Die Umstellung auf Samenlangzeitlagerung in Wölsau erübrigte die Wartebullenhaltung vor Ort und die zwei relativ kleinen Fleckvieh - Populationen in Marktredwitz und in Hessen waren gemeinsam effektiver zu nutzen.

Mit dem ersten im Januar 1980 gemeinsam gekauften Stier „Herold 32874“ landete man einen Volltreffer. Nachdem er in Hessen und Marktredwitz genügend Samen produziert hatte und auch entsprechend häufig eingesetzt war, konnte er seine gute Leistungsvererbung ab 1987 in Ungarn unter Beweis stellen. Die Osnabrücker Herdbuchgesellschaft suchte für ihre Tochter – Besamungsstation „Bos Genetik“ in Ungarn einen geprüften Fleckviehstier und fand diesen in Herold. Es folgten bis heute 72 weitere gemeinsam angekaufte Bullen, wovon rund 1/3 hessischer Abstammung sind und 14 Bullen einen weiteren Mitbesitzer (meist Meggle) haben. Seit dem Bestehen der hessischen Bullenaufzuchtstation „Neuulrichstein“ (1995) wurden 15 Bullen aus der Eigenleistungsprüfung im Wölsauer Gebiet mit getestet. Auch die hessischen Versuche mit Montbeliarde – Einkreuzung wurde von Wölsau mit getragen. Die ersten Söhne des herausragenden Montbeliarde – Stieres „Bois le vin“ wurden in Wölsau geprüft. Auch heute noch wird jedes Jahr ein Hessischer Fleckviehstier mit hohem Montbeliarde – Blutanteil in Wölsau mit geprüft. Seit 1993 werden alle hessischen Prüfbullen in der Eigenleistungsprüfstation Neuulrichstein aufgezogen. Auch diese Bullen werden häufig im Wölsauer Gebiet mit geprüft.

In den 15 Jahren von 1980 bis 1995 wurden insgesamt 48 Bullen gemeinsam geprüft. 22 davon (46%) kamen zum Zweiteinsatz (Herold, Romanus, Sarde, Hanrei, Pamir, Stress, Fex, Hobald, Zeuge, Bellamie, Zano, Shebal, Roha, Rebo, Motor, Sepro, Harker, Balisto, Extra, Didscha, Steiner, Rast). Namen wie Herold, Stress, Zeuge oder auch Motor tauchen weltweit in den Fleckvieh – Abstammungen auf. Die gemeinsam mit Hessen gekauften Stiere zeigten meist eine herausragende Exterieurvererbung!

Die enge Kooperation mit der Besamungsstation Gießen basierte wesentlich auf der offenen Zusammenarbeit der beteiligten Personen. So überdauerte sie auf hessischer Seite 2 Geschäftsführer (H.W. Thiele und Dr. R. Grandke) und eine Fusion und auf Wölsauer Seite alle 3 Geschäftsführer und zwei Vorsitzende (W. Küspert und H. Kunert). Als Eckpfeiler der Verbindung fungierte stets Kurt Boss aus Maar bei Lauterbach. Als aktiver hessischer Fleckviehzüchter, Vorsitzender des hessischen Fleckviehzuchtverbandes, als stellvertretender Vorsitzender der Besamungsstation Gießen und später der Zucht- und Besamungsunion Hessen (ZBH) war er stets um den engen Kontakt zu Wölsau bemüht. Die Zusammenarbeit war und ist durch gegenseitiges Vertrauen getragen, es bestanden jahrzehntelang keine Verträge oder Vereinbarungen – es galt das Wort. Doch die Zeiten ändern sich. Das Vertrauen ist noch dasselbe, aber die Organisationen entwickeln sich weiter. Die Besamungsstation Gießen hat zwei die Kooperation wesentlich beeinflussende Schritte hinter sich gebracht: zum Einen wurde 1995 aus allen Zucht- und Besamungsorganisationen Hessens die Zucht- und Besamungsunion Hessen –ZBH- mit Sitz in Alsfeld gegründet und zum Andern 1999 eine enge Kooperation mit dem Landesverband Thüringer Rinderzüchter –LTR- eingegangen. Die Kooperation zwischen der ZBH und dem LTR hat dazu geführt, daß zum 31.12.1999 die Samenproduktion in Hessen eingestellt wurde und die Besamungsstation Gießen geschlossen und verkauft wurde. Vor diesem Hintergrund mußte die Zusammenarbeit nun auch schriftlich festgehalten werden. Am 1.7.1999 wurde zwischen der ZBH, dem Besamungsverein Neustadt an der Aisch und der Besamungsgenossenschaft Marktredwitz – Wölsau eG ein Kooperationsabkommen geschlossen, das den hessischen Fleckviehzüchtern auch in Zukunft die Zuchtarbeit ermöglicht. Des weiteren ist die hessische Fleckviehzucht schon seit 1995 als Beisitzer (in der Person von Kurt Boss) und seit 1999 als ständiger Gast im Rahmen des Zuchtprogrammes in der VFR integriert.

 

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Landshut, Meggle


Die äußerst guten Erfahrungen, die in der Zusammenarbeit mit der Besamungsstation Gießen gemacht wurden zeigten auf, daß der Weg der Kooperation der richtige war. Da die Einkaufspreise für Besamungsbullen zu Beginn der Neunziger Jahre stets anstiegen, wurden weitere Partner für den Bulleneinkauf gesucht und in den Stationen Landshut und Meggle gefunden. Die beiden Stationen arbeiten übrigens heute gemeinsam mit den Niederösterreichischen Besamungsorganisationen in der EUSEMA zusammen. Der erste gemeinsam eingekaufte Bulle mit Landshut war der von Herrn Riesinger gezogene und aufgezogene Baldur – Sohn „Balp 33737“, der für 15´000,- DM in Pfaffenhofen gesteigert wurde. Es folgten „Bogra 33784“, „Dissal 49689“, „Shereg 49702“ (hier war auch die Besamungsstation Herbertingen mit beteiligt) und „Redor 49376“, alles Bullen, die z.T. deutlich über 10´000,- DM gekostet haben.

Bis Ende 2000 wurden mit Landshut 34 Bullen – davon 13 mit weiteren Partnern – gesteigert. Nachdem 4 Bullen nicht die gewünschte Samenqualität erbrachten, konnten 26 gemeinsame Bullen geprüft werden. Nachdem einige Bullen in beiden Gebieten geprüft wurden, werden seit 1990 die angekauften Bullen nur noch in einem Gebiet zum Prüfeinsatz gebracht. Die Strategie des gemeinsamen Einkaufes hat sich auch hier gelohnt.

Von den bis Ende 1996 geprüften Bullen haben 69% die Hürde zum Zweiteinsatz geschafft. Namen wie Bogra, Dissal, Redor, Sturs, Hopfen, Zib, Rast, Ralbos, Plotzer, Frank, Friese, Renom und Reagan zeugen von der guten Qualität der ausgesuchten Bullen.

Die Zusammenarbeit mit Meggle begründete der am 1. Februar 1990 in Miesbach für 10´100,- DM gesteigerte Hall – Sohn „Hallax 33862“, der die Hürde zum Zweiteinsatz leider nicht geschafft hat. Mit Meggle wurden bislang 36 Bullen gemeinsam ersteigert. Bei 22 dieser Bullen traten noch weitere Mitbesitzer (meist Gießen oder Landshut) als Käufer auf.

Auch dieser gemeinsame Bulleneinkauf ist von Erfolg getragen, liegt doch die Erfolgsquote bei den bis Ende 1996 geprüften Bullen bei 83%. Zum Wiedereinsatz kamen: Rebo, Balisto, Unter, Utopie, Sturs, Steiner, Rast, Plotzer, Fredl, Frank, Friese, Renom und Reagan. Die Zusammenarbeit mit Meggle beschränkt sich jedoch nicht nur auf den gemeinsamen Bulleneinkauf. Nachdem in den landwirtschaftlichen Betrieben nicht mehr gegen Maul- und Klauenseuche geimpft wird, besteht für die Bullenhaltung und die Samenproduktions- und -lagerstätten stets das Risiko mittel- oder unmittelbar von dieser Rinderseuche betroffen zu sein. Der Service für die Kunden, die nicht von staatlichen Maßregelungen betroffen sind, muß jedoch auch weiterhin gewährleistet sein. Aus diesen Gründen haben die zwei Besamungsorganisationen Meggle und Wölsau 1992 einen Beistands – Vertrag abgeschlossen. In diesem Vertrag ist festgelegt, daß sich die beiden Stationen im Seuchenfall mit Samen, Produktionsmitteln und Personal aushelfen, um den Service für die Mitglieder aufrecht erhalten zu können. Die Zusammenarbeit in diesem Bereich mit Meggle hat sich angeboten, da beide Stationen in etwa die selbe Größe besitzen und die Betreuungsgebiete der beiden Stationen so weit voneinander entfernt sind, daß es unwahrscheinlich ist, daß beide Gebiete von staatlichen Sperrmaßnahmen betroffen sind.


 

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Thüringen und Sachsen


Der Fall der Mauer, die friedliche Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands, die Öffnung der Grenze zur Tschechoslowakei ließ das Gebiet der Station zum Herzen Europas werden. Schon in der ersten Woche nach der Grenzöffnung in die ehemalige DDR wurden durch Willi Küspert und Dr. Springmann die ersten Kontakte „nach drüben“ geknüpft. Die zur Station Wölsau am nähesten gelegene Besamungsstation wurde in Schleiz betrieben. Zu Stationsleiter Berger und seinem designierten Nachfolger Ludewig entstand schnell eine Verbindung. Das akribisch geführte Fleckvieharchiv auf deren Dachboden zeugte von der alten Fleckviehtradition Thüringen und Sachsens, die jedoch durch die staatliche Zuchtpolitik zunichte gemacht wurde. Was lag näher, als auf diesen alten Traditionen aufzubauen.

Die intensivsten Kontakte wurden zur LPG (T) Pahren bei Zeulenroda aufgebaut. In ihrem Leiter Dr. Brosmann und dem damaligen Bereichsleiter Jens Hubrich fanden sich zwei Fleckviehfreunde. Gemeinsam mit dem Rinderzuchtverband Oberfranken wurde 1990 die Arbeitsgemeinschaft Fleckvieh und am 15.2.1991 der Zuchtverband für deutsches Fleckvieh und Fleischrinder in Thüringen, Sachsen und angrenzenden Gebieten mit Sitz in Pahren gegründet. Die Fleckviehtierschau am 11.8.1990 in Pahren fand großen Anklang. Da zu Beginn der Einsatz von Fleckviehsamen von den damals gegründeten Tierzuchtservice – GmbH s unterbunden wurde, die Nachfrage aber vor allem bei Wiedereinrichtern groß war, wurde alsbald in Pahren eine Besamungsaußenstelle von Wölsau mit drei Besamungstechnikern gegründet. Die Techniker betreuten mehrere Betriebe – auch LPG s - im Umfeld von Pahren und wurden von Wölsau auch mit Schwarzbuntsamen versorgt. Im Rahmen der Neuorganisation der Tierzucht und des Besamungswesens in den neuen Bundesländern – es ist heute in jedem Bundesland eine Zucht- und Besamungsorganisation tätig – wurde die Besamungsstation Schleiz geschlossen und die Aktivitäten nach Erfurt konzentriert. Das Besamungsgebiet Pahren wurde mit den drei Besamungstechnikern an den Landesverband Thüringer Rinderzüchter (LTR) übergeben. Ein im gegenseitigen Einvernehmen geschlossener Vertrag, in dem sich der LTR zur Haltung von Fleckvieh – Wartebullen bereit erklärte, verlief aufgrund der unterdrückten Nachfrage nach Fleckvieh in Thüringen nach zwei Jahren im Sande. Lange Jahre war in Thüringen eine Tochter des Wölsauer Bullen „Zebu“ die Kuh mit der höchsten Leistung über alle Rassen.

 

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Tansania


Über die Firma Baumann Waagen- und Maschinenbau  aus Thiersheim und alte Verbindungen des damaligen Geschäftsführers Erich Schröder entstanden 1986 erste Kontakte zu Tansania. Schon im Februar 1987 konnte eine Delegation aus Wöslau bestehend aus dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Willi Küspert, dem damaligen Geschäftsführer der Besamungsstation Erich Schröder, dem Vorstand MdL Willi Müller gemeinsam mit dem damaligen Tierzuchtdirektor Lorenz Thaler (Bayreuth), in Tansania in der Arusha – Region die Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten.

Im Winter 1987 konnten als erster Schritt 120 Zuchttiere aus Nordbayern nach Tansania exportiert werden. Im Mai 1988 besuchte Staatsminister Ndugu Paulo Bomani (s. Foto) mit seiner Frau Hildegard die Besamungsstation in Wölsau und im Herbst 1989 beehrte der Ministerpräsident des Arushadistriktes Mwingira, organisiert über die Hanns – Seidel – Stiftung die Station. Als Dolmetscher und Initiator fungierte stets Godwin Msechu, ein in Frankfurt beheimateter Tansanianer.

Die Kontakte von Willi Müller zu Herrn Bundesminister Dr. Jürgen Warnke haben wesentlich zu diesem Projekt beigetragen.  Unter der Maxime „Hilfe zur Selbsthilfe“ sollte in der fruchtbaren Region um den Kilimandscharo ein Entwicklungshilfe – Projekt zur Sicherstellung der Versorgung mit Milch und Fleisch aufgebaut werden. Leider konnte die Idee einer „Fleckvieh – Außenstelle“ im Arusha-Distikt in Tansania nicht vollendet werden, da sich die politischen Rahmenbedingungen verändert haben. Durch die Entwicklung in Osteuropa hat sich die deutsche Entwicklungshilfe aus Projekten in Afrika stark zurückgezogen, eine entsprechende Förderung und Unterstützung war somit nicht mehr zu erwarten.

 

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EUROGenetik

Zum 1.4.2011 ist die Besamungsgenossenschaft Wölsau als assoziiertes Mitglied der EUROGenetik beigetreten.

66_37_gruppenfoto_eurogenetikmittafel.jpgDie Marke EUROgenetik ist der logische Schritt einer erfolgreichen Zusammenarbeit der Trägerorganisationen. Man rückt noch enger zusammen und erweitert das Bullenangebot für höchste Ansprüche. Die Grundlage hierfür bilden über 500.000 Herdebuchkühe in rund 17.500 Zuchtbetrieben und über 1 Million Erstbesamungen in Deutschland und Österreich. Die Trägerorganisationen von EUROgenetik prägen seit Jahrzehnten die Fleckviehzucht in Europa und darüber hinaus. Gemeinsam wird diese Führungsrolle in Zukunft noch weiter ausgebaut. Bewusst besteht EUROgenetik ausschließlich aus bäuerlichen Organisationen, um die Interessen der Züchter langfristig zu wahren:

 

·         Besamungsgenossenschaft Marktredwitz - Wölsau

·         Besamungsverein Neustadt a. d. Aisch

·         Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Kärnten

·         Oberösterreichische Besamungsstation

·         Rinderunion Baden - Württemberg

·         Rinderzucht - und Erzeugergemeinschaft Tirol

·         Zucht – und Besamungsunion Hessen

 

Die Investitionen von EUROgenetik in Zuchtprogramme und neue Technologien garantieren maximalen Zuchtfortschritt und besten Service für unsere Kunden. EUROgenetik fördert die Zusammenarbeit der Gesellschafter auf dem Gebiet der Rinderbesamung,  insbesondere bei der Erschließung neuer Märkte, für die Produkte der Gesellschafter und beim Aufbau gemeinsamer Vermarktungsaktivitäten. Das Bullenangebot von EUROgenetik bietet komplette Vererber höchster Güte mit abgesicherten Zuchtwerten durch länderübergreifende Testung.

 

Die Kennzahlen von EUROgenetik zeigen eindrucksvoll die lange Geschichte und Tradition der Rinderzucht und Besamung in den Trägerorganisation:

 

Anzahl Fleckvieh - Erstbesamungen/Jahr

1.093.062

Anzahl Herdebuch - Betriebe Fleckvieh

17.560

Anzahl Herdebuch - Kühe Fleckvieh

500.577

Anzahl ET - Spülungen Fleckvieh/Jahr

474

Anzahl ET - Übertragungen Fleckvieh/Jahr

3.700

Anzahl Jungbullen Fleckvieh/Jahr

300

Anzahl betreute Betriebe GESAMT alle Rassen

37.022

Anzahl betreute Kühe GESAMT alle Rassen

1.152.505