Die Vorsitzenden seit der Gründung der Genossenschaft:

Richard Glaß, Wölsau

Vorstandsvorsitzender von 15.3.51 bis 28.3.61 Ehrenvorsitzender

Bürgermeister Richard Glaß wurde bei der Gründungsversammlung am 15. März 1951 einstimmig zum Vorstandsvorsitzenden der neu gegründeten Genossenschaft gewählt. Die grundlegendsten Arbeiten mußten von ihm – trotz seiner mannigfaltigen weiteren Ehrenämtern und seinem Bürgermeisteramt in der Gemeinde Wölsau – bewältigt werden. Um die Anerkennung durch das Landwirtschaftsministerium, die Akzeptanz durch die Tierzuchtämter und nicht zuletzt die Annahme durch die Gemeinden, die derzeit zur Vatertierhaltung verpflichtet waren, und die Gunst der Mitglieder mußte hart gekämpft werden. Von den im Gründungsjahr 51 Mitgliedern konnte Richard Glaß in den 10 Jahren seines Amtes die Genossenschaft auf einen Mitgliederbestand von 3316 bringen. Der heutige Standort der Station hat die Station auch ihrem Gründungsvorsitzenden zu verdanken. So stellte Richard Glaß 1952 unmittelbar neben seinem Anwesen die Fläche von 0,24 ha für die Errichtung der Besamungshauptstelle Wölsau zu Verfügung. Um den Ausbau der Station 1961 zu ermöglichen, verkaufte er weitere 0,19 ha an die Genossenschaft. Für seine Verdienste um die Genossenschaft wurde Richard Glaß mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Am 28. März 1961 übergab Richard Glaß sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Gustav Gläßel.

 

Gustav Gläßel, Lorenzreuth

Stellvertretender Vorstand von 15.3.51 bis 28.3.61

Vorstandsvorsitzender von 28.3.61 bis 16.7.76 Ehrenvorsitzender

Am 28. März 1961 übernahm Gustav Gläßel nach 10-jähriger Amtszeit als Stellvertreter den Vorsitz der Genossenschaft. Unermüdlich setzte er sich für

"seine" Besamungsstation ein. Sei es um Unstimmigkeiten mit der Nachbarstation Neustadt an der Aisch zu beschwichtigen, sei es im Ankauf

von Besamungsbullen aktiv mitzuwirken oder auch "nur" im Ausbau der Station zu einem ansehnlichen landwirtschaftlichen Betrieb durch Flächen – Pacht und – Kauf. Gustav Gläßel war stets für seine Station da. Am 1.5.71 überreichte ihm Oberrevisionsrat Hemmann für die Verdienste um die Genossenschaft die silberne Ehrennadel des bayerischen Raiffeisenverbandes. Die Besamungszahlen und die Mitgliederzahlen haben sich in der Zeit von Gustav Gläßel mehr als verdoppelt. Auch in diesem Bereich gab es viel zu tun. Nach über 25-jähriger aktiver Vorstandsarbeit schied Gustav Gläßel am 16.7.76 aus der Vorstandschaft aus. Seine immensen Verdienste für die Besamungsgenossenschaft wurden mit der Überreichung der Goldenen Raiffeisennadel durch den Raiffeisenverband, des Bundesverdienstkreuzes am Bande und durch die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden durch die Genossenschaft gewürdigt.

 

Karl Spörrer, Gustav Gläßel, Willi Küspert

Gustav Gläßel begrüßt Staatsminister Eisenmann zur Bullenparade am 1. Mai 1971.

Mit auf dem Bild Willi Küspert und OB Hans-Achaz von Lindenfels

 

Wilhelm Küspert, Tiefenbach

Stellv. Aufsichtsrat von 19.3.59 bis 1.7.64, Aufsichtsratsvorsitzender von 10.7.64 bis 4.7.76

Vorstandsvorsitzender von 6.8.76 bis 2.7.91, Ehrenvorsitzender

Willi Küspert wurde nach nur 4-jähriger Mitgliedschaft in der Genossenschaft am 3.6.56 in den Aufsichtsrat gewählt, zu dessen Vorsitzender er am 10.7.64 gewählt wurde. Nach 12-jährigem erfolgreichem Wirken neben Gustav Gläßel wurde Willi Küspert am 16.7.76 zu seinem Nachfolger in den Vorstand, dessen Vorsitz er ab 6.8.76 für fünfzehn Jahre inne hatte, gewählt. Willi Küspert war mit Leib und Seele Züchter und hat stets bei der Bullenauswahl sein züchterisches Geschick und Können eingebracht. Er war auf allen Märkten ein gern gesehener Käufer und Berater, der die Stiere nicht nur steigerte, sondern meist auch noch selbst –oft bei widrigen Verkehrsverhältnissen- nach Wölsau transportiert hat. Unzählige Rutschpartien mit dem Gespann, Abschleppdienste über das Fichtelgebirge, Zollprobleme an der Grenze von Frankreich, für Willi Küspert war kein Aufwand zu groß, "seinen" Bullen an die Station zu schaffen. Der Kontaktfreudigkeit von Willi Küspert war es zu verdanken, daß unzählige wertvolle Verbindungen im In- und Ausland geknüpft werden konnten. Dies zeigte sich besonders in der Zeit der Wiedervereinigung und zur Zeit der Grenzöffnung in die ehemalige CSSR. So war Wölsau stets eine der ersten Stationen, die freundschaftliche Kontakte zu den "neuen" Nachbarorganisationen geknüpft hat. Willi Küspert war es zu verdanken, daß Wölsau zu einem festen Begriff in der Fleckviehzucht wurde.

Seine stets offene Haltung zu neuen Entwicklungen hat es ermöglicht, daß die Station auch technisch jederzeit auf dem aktuellen Stand gehalten wurde. Seinem Engagement im Umfeld der Besamung (Zuchtverband, Milcherzeugerring, LKV,..) und seiner Überzeugungsarbeit bei seinen Berufskollegen ist es zu verdanken, daß in den Landkreisen, Hof, Wunsiedel und Tirschenreuth schon sehr früh eine hohe MLP – Dichte vorzuzeigen war und somit die besten Voraussetzungen für die Bullenprüfung geschaffen wurden. Am 2.7.91, nach der Feier des 40 – jährigen Jubiläums der Besamungsstation folgte ihm in seinem Amt der jetzige Vorstandsvorsitzende Horst Kunert.

Willi Küspert wurde für seine ehrenamtliche Tätigkeit verdienterweise mannigfaltig geehrt. Herauszuheben sind das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und am Bande, die silberne Staatsmedaille, die silberne und später die goldene Raiffeisennadel (1.5.81 anläßlich der 30-Jahr-Feier aus der Hand von Präsident Rudolf Bachmann) sowie die Verdienstmedaille der Stadt Marktredwitz (Am 19.1.1989 durch Oberbürgermeister Freiherr Hans-Achaz von Lindenfels).

Horst Erhard Kunert, Wölsau

*18.2.45 in Dauba (CSSR), evangelisch, Verheiratet, 3 Kinder

Als Mitglied Nummer 10579 trat Horst Kunert am 7.6.72 der Besamungsgenossenschaft bei. Am 26.7.74 wurde er in den Vorstand als Nachfolger für Hans Bayer, Wolfersreuth gewählt. Nach fast 14-jähriger Funktion als stellvertretender Vorstand (von 25.10.77 bis 2.7.91) trat er am 2.7.91 die Nachfolge von Willi Küspert als Vorsitzender der Besamungsgenossenschaft an. Am 20.Juni 1995 wurde Horst Kunert zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Besamungsstationen (ABB) gewählt und ist in dieser Funktion im Ausschuß, bzw. als Beirat bei einer Vielzahl tierzüchterisch ausgerichteter Organisationen tätig (LKV, Bayerische Tierzuchtforschung, TGD, Tierseuchenkasse, ASR, ADR. Sein Ziel in der Position als ABB - Vorsitzender Zucht- und Besamungsorganisationen Bayerns unter einer gemeinsamen Dachorganisation zu integrieren wurde durch die Gründung der ASR neu umgesetzt. In einer Vielzahl weiterer Ehrenämter ist Horst Kunert tätig: Vorsitzender der heimatvertriebenen Landwirte, Landwirtschaftlicher Sachverständiger, Schätzer, ehrenamtlicher Richter, Aufsichtsratsmitglied in der Trocknungsgenossenschaft Tirschenreuth, Ausschußmitglied im Landeskuratorium der Erzeugerringe für pflanzliche Veredlung (LKP), Ausschußmitglied der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Oberfranken und des Arbeitgeberverbandes für Land- und Forstwirtschaft. Sein über 25-jähriges Wirken in der Besamungsgenossenschaft wurde am 6.11.99 mit der silbernen Raiffeisennadel aus der Hand des Präsidenten des deutschen Genossenschaftsverbandes Manfred Nüssel sowie der Staatsmedaille in Silber gewürdigt. Am 29. Mai 2008 händigte Herr Staatsminister Josef Miller das von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande an Herrn Horst Kunert aus. Am 26. Februar 2009 schied Horst Kunert anlässlich einer außerordentlichen Vertreterversammlung aus dem Vorstand aus.

image001.jpgWieland Findeiß, Laubersreuth

*23.6.48 in Münchberg (HO), evangelisch-lutherisch, verheiratet, 3 Kinder

Als Mitglied Nummer 12173 findet sich Wieland Findeiß seit 23.1.81 im Verzeichnis der Genossen. Seit dem 29.7.82 im Aufsichtsrat als Nachfolger seines Vaters Eugen Findeiß tätig, wurde er am 18.3.98 in den Vorstand gewählt. Er trat dabei die Nachfolge von Hermann Lautner an. Als ehrenamtlicher Richter, als 1. Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Münchberg, als Jagdbeirat im Kreis Hof und im Bezirk Oberfranken setzt und setzte er sich stets für die Belange der Landwirte ein. Mit den Hobbys Fußball und Geographie ist Wieland Findeiß auch in seiner Freizeit ausgelastet. Am 26. Februar 2009 tritt Herr Wieland Findeiß die Nachfolge von Horst Kunert als Vorsitzender des Vorstandes an. Auf eigenen Wusch – er hat sich sein Leben lang vorgenommen, mit 65 Jahren aus allen Ehrenämtern auszuscheiden, um den Jungen eine Chance zu geben - schied Wieland Findeiß am 21. 3.2013 aus dem Vorstand aus. Seine Verdienste wurden unter anderem auch mit der silbernen Raiffeisennadel gewürdigt

 

Adolf Rasp, Korbersdorf

Aufsichtsratsvorsitzender von 15.3.51 bis 19.3.59 - Vom 9.8.54 bis 19.3.59 als ehrenamtlicher Geschäftsführer.

Nach seiner achtjährigen Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender wurde Adolf Rasp in den Vorstand der Genossenschaft gewählt, wo er noch bis im November 1973 aktiv war. Als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Molkerei Marktredwitz war Adolf Rasp stets um den guten Kontakt und um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Genossenschaften bemüht.

Karl Reinl, Wintersreuth

Aufsichtsratsvorsitzender von 19.3.59 bis 10.7.64

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von 17.2.55 bis 19.3.59, Ehrenmitglied

Karl Reinl stellte sich als damaliger Kreisobmann des Bauernverbandes und als Milchhof - Vorstand der Wahl. Seine mannigfaltigen Verbindungen in Oberfranken bis hin nach München kamen der Besamungsgenossenschaft in der Aufbauphase sehr zu Gute.

Paul Schmidt, Tiefendorf

Aufsichtsratsvorsitzender von 4.7.76 bis 18.3.99 Ehrenmitglied

Paul Schmidt wurde am 26.7.66 in den Aufsichtsrat gewählt. Nach nahezu 10 Jahren übernahm er dessen Vorsitz. Am 5.6.63 erwarb Paul Schmidt die Mitgliedschaft in der Besamungsgenossenschaft. Schon am 26.7.1966 wurde er als Nachfolger von Friedrich Raithel, Niederlamitz in den Aufsichtsrat der Genossenschaft gewählt. Am 4.7.76 trat Paul Schmidt dann die Nachfolge von Willi Küspert als Vorsitzender des Aufsichtsrates an. Er hat in dieser Zeit alle wesentliche Entscheidungen – Bau das Wartebullenstalles, zwei Geschäftsführerwechsel, Einführung der EDV, Einführung des Embryotransferes, Beitritt der Besamungsgenossenschaft zur Vereinigung zur Förderung der Rinderzucht der Genossenschaft, VFR – mit getragen. Da Paul Schmidt das 65. Lebensjahr erreicht hatte, war er anläßlich der Vertreterversammlung 1999 satzungsgemäß nicht mehr wählbar. Die Nachfolge von Herrn Paul Schmidt trat am 18.3.99 Max Zintl aus Themenreuth an. 

Max Zintl, Themenreuth

Aufsichtsratvorsitzender von 18.3.99 bis 13.3.03, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von 12.2.82 bis 18.3.99

Max Zintl wurde am 2.8.77 in den Aufsichtsrat der Genossenschaft gewählt. Er begleitete als Stellvertreter nahezu die gesamte Amtszeit von Paul Schmidt. Am 18.3.99 trat er dessen Nachfolge an. In seiner relativ kurzen Amtszeit wurde die Zusammenarbeit mit der VFR intensiviert. Die Gründung einer gemeinsamen Tochterfirma des Besamungsvereines Neustadt / Aisch, des Besamungsvereines Höchstädt / Donau, dem schwäbischen und den nordbayerischen Verbänden und der Besamungsgenossenschaft Marktredwitz - Wölsau viel in seine Amtszeit. Ein wesentlicher Schritt in der Zusammenarbeit von Zucht und Besamung konnte, begleitet von der Weitsicht Max Zintls, so vollzogen werden!

Seine Verdienste wurden mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, der silbernen Staatsmedaille und der silbernen Raiffeisennadel gewürdigt.